Island 2014 – Teil 5 :: F208

Vom Auenland nach Mordor. Es ging wieder los: Über die 32 – mit kurzem Abstecher auf die 327 – und die F26 auf die F208, die uns dann zwischen den Gletschern Vatnajökull und Mýrdalsjökull hindurch Richtung Süden auf die 1 zurückführen sollte. Am Ende waren wir dann etwa 14 Stunden unterwegs.

Heuernte
Auf der Anfahrt – Heuernte

Hjálparfoss
Hjálparfoss

Unser erste Stopp war mal wieder ein einem Wasserfall, dem Hjálparfoss, der aber gegen die bis dahin besuchten Wasserfälle nur schwer ankommen konnte. Neben einer Parkschleife gibt es hier auch keine nennenswerte touristische Infratruktur.

Ein Stück nördlich liegt Stöng, die Ausgrabung eines wikingerzeitlichen Gehöfts. Von hier aus kann man einen der größten Wasserfälle Island erwandern – den Haifoss. Dieser stand bei uns aber nicht auf der Liste. Das allein wäre eine Tagestour gewesen. Eine kurze Wanderung führt uns aber in das Gjáin-Tal; definitiv einen Abstecher, den man sich gönnen sollte und für den man hin und zurück auch nicht mehr als eine bis anderthalb Stunden benötig. Was einen da mitten in der Einöde erwartet, ist eine beeindruckend grüne Oase.

Gjáin
Gjáin – Auenland
Gjáin
Gjáin

Wenn man nicht den gleichen Weg zurücklaufen möchte, muss man im Tal diverse Wasserläufe überwinden. Danach geht es in 20 bis 30 Minuten auf tristen Pfaden zurück Richtung Stöng.

Im Hintergrund die Hekla
Im Hintergrund die Hekla

Dann ging es weiter über die 32 bis zum Abzweig der F26. In Sichtweite immer die Hekla, deren Ausbrüche das Land ringsum zu einer unglaublich deprimierenden Einöde gemacht haben. Außer ein paar Moosen hat sich hier keine relevante Vegetation entwickelt. Etwas abwechslungreicher und spannender wurde es wieder, als wir auf die F208 abbogen – auch was den fahrerischen Fun-Faktor betrifft.

Auf einem großem Teil – fast der gesamten ersten Hälfte der Tour – hatten wir den Vulkan Hekla fest im Blick, der das Highlight unseres letzten Urlaubstags werden sollte.

Landmannalaugar
Landmannalaugar
Landmannalaugar
Landmannalaugar

Generell galt für unsere Touren auf den abseitigen F-Pisten: Der Weg ist das Ziel. Aber ab und zu war auch ein Ziel das Ziel. In diesem Fall Landmannalaugar. Ähnlich wie das Tal Gjáin, ist die Gegend eine Oase in der Wüste: Warme und kalte Quellen treffen sich hier und lassen einen Hauch Vegetation zu. Am Zeltplatz von Landmannalaugar gibt es ein kleines natürliches Becken, das mit seinem warmen Wasser zum Baden einlädt.

Nach ein bisschen Beine vertreten und im warmen Wasser entspannen, ging es weiter Richtung Süden. Der Reiseführer bereitete uns schon mal auf das Durchqueren diverser Furten vor. Vor diesem Teil der Strecke durften wir aber noch ein paar tolle Bilder bewundern.

Lavazunge
Erstarrte Lavazunge zwischen den Bergen
Spiegelungen
Spiegelungen
Spiegelungen
Spiegelungen
Farben & Formen
Farben & Formen

island_f208-008Dann kamen sie: Die Furten. Mal breiter mal schmaler, mal tiefer mal flacher. Für uns Flachlandberliner ein großer Spaß mit kleinem Jimny.

Allerdings nicht ganz problemlos. Nachdem wir nach der Furt auf dem Foto ca. sechs weitere Furten gequert und eine halbe Stunde unterwegs waren, stellten wir bei einem Foto-Stopp einen Verlust fest: Unser vorderes Nummernschild war uns abhanden gekommen. Dank des Fotos konnten wir feststellen, dass wir es an dieser Furt noch hatten. Also umdrehen und zurück!

Nummernschild im Schmelzwasserbach
Nummernschild im Schmelzwasserbach

Das Durchsuchen der Furten gestaltetet sich schwieriger als gedacht. Das Wasser ist zwar glasklar, aber aufgrund der Fließgeschwindigkeit kann man von außen nichts erkennen. Also rein in die Fluten. Soweit möglich auf flachen Stellen und mit Schuhen. Wo das nicht ging, hieß es aber: Schuhe aus und rein oder besser: Augen zu und durch: Denn Schmelzwasser ist  verdammt kalt! Aber – taataa – wir waren erfolgreich! Mit eisgekühlten Waden ging es weiter, nochmal vorbei an der Stelle für den letzten Foto-Stopp, an dem dieses Panorama entstand:

Bergpanorama
Bergpanorama (Panorama aus 6 Einzelbildern)
Eldgjá
Eldgjá

Letztes geplantes Ziel war Eldgjá – die Feuerschlucht – eine Vulkanspalte von 8 km Länge und bis zu 600 m Breite. Auch hier hätte man noch einmal eine Stunde oder mehr wandern können, aber wegen der fortgeschrittenen Zeit – es war inzwischen 20 Uhr – und den nervtötenden Fliegen beließen wir es bei einem kleinen zwanzigminütigem Spaziergang, bei dem sich das Ausmaß dieser Schlucht aber zumindest erahnen ließ.

Etwas mehr als eine Stunde später waren wir dann raus aus dem Hinterland und trafen ca. 40 km östlich von Vik wieder auf die 1. Auf der ca. zweistündigen Rückfahrt durften wir die tolle Landschaft im warmen Licht der untergehenden Sonne betrachten.

Gletscher Mýrdalsjökull
Gletscher Mýrdalsjökull
Koboldarmee in der Abendsonne.
Koboldarmee in der Abendsonne.

 

Was für ein Tag!!!

 

Bis hierhin war das Thema „Wandern“ für unsere Verhältnisse eindeutig zu kurz gekommen. Das sollte sich am nächsten Tag ändern. Mit dem Aufstieg auf einen aktiven Vulkan – die Hekla. Aber dazu mehr in Teil 6 …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.