Österreich – Ein Reisebericht
Zwischen Bergen und Seen

Nachdem wir im letzten Jahr zwei Mal das Elbsandsteingebirge unsicher gemacht haben, wagten wir uns dieses Mal gleich 750 km gen Süden. Das Ökoferiendorf in Schlierbach/Oberösterreich war unser Ziel. Zu Dritt ein Haus, das für sechs bis acht Leute ausgelegt ist: Purer Luxus.

Ferienort & Ferienunterkunft

Gebucht hatten wir ein Haus im „Ökoferiendorf Schlierbach“ (bei Google Earth). Das Haus mit drei Schlafzimmern mit je einem eigenen Bad und einer Größe von fast 90 m² war für uns drei natürlich mehr als ausreichend, auch wenn für uns nur zwei der drei Zimmer zur Verfügung standen. In der sehr ruhig gelegenen Anlage gab es neben den Häusern selbst, einen großen, beheizten Außenpool, ein Beachvolleyballfeld und für Junior einen „Streichelzoo“ mit zwei Kaninchen plus Meerschwein. Die drei dürften ihn inzwischen schmerzlich vermissen.

Schlierbach selbst ist eine 3.000-Seele-Gemeinde, gelegen am Hang des Hausbergs „Grillenparz“ und beherbergt eines der ältesten Stiftungsklöster Österreichs.

Der Landstrich

Die Landschaft Schlierbachs und der weiteren Umgebung ist geprägt von Bauernhöfen mit den dazugehörigen landwirtschaftlichen Flächen. Dank einer klugen – wenn auch rigorosen Politik – der österreichischen Regierung sind die ländlichen Strukturen weitestgehend erhalten und das Ausbluten der ländlichen Regionen wird unterbunden.

Auf unseren Touren haben wir fast ausschließlich tolle, große Bauerngehöfte gesehen: Von Verfall keine Spur. Da aber natürlich auch die Bauern in Österreich die gleichen Probleme haben, wie in Deutschland und anderswo, ist hier eine ganz starke Tendenz zu ökologischer Landwirtschtschaft zu erkennen.

Wandern

Für Wanderfreudige ist diese Gegend wahrlich perfekt. Wanderwege aller Schwierigkeitsstufen und Streckenlängen gibt es in Hülle und Fülle. Hier findet man sowohl komplett flache Landstriche mit entsprechenden leichten Wanderrouten, als auch Bergtouren bis hin zu „echten“ Bergwanderungen, die über teilweise gesondert gesichterte Streckenabschnitte verfügen.

Aufgrund der Tatsache, dass unser Junior mit 20 Monaten noch keine kompletten Wanderungen selbst läuft, waren unsere eigenen Touren aber meist flach bis hügelig und von eher nicht ausufernder Länge. Grundsätzlich sind die Wanderwege, auch im unwegsamen Gelände, sehr gut ausgeschildert. Was mich aber nicht davon abhielt, einen Abzweig falsch zu nehmen und eine Tour mit einem unnötigen und heftigen Berganstieg und großen Umweg gehörig zu verlängern.

Die Voralpenregion

Ein kleines Stück weiter gen Süden – nur 30 min mit dem Auto – beginnen dann die „richtigen“ Berge; angeführt vom weithin sichtbaren Traunstein. Tolle Bergpanoramen wechseln sich hier mit glasklaren, tiefen Bergseen ab. Hier kann man kaum so viel gucken, wie man sehen möchte.

An etlichen Bergen gibt es Seilbahnen. Bei guten Wetter ist eine Auffahrt auf jeden Fall zu empfehlen. Wer kein Kind zu tragen hat oder deutlich fitter ist, kann auf diese Berge auch hinauf laufen oder – die etwas einfachere Version  – hochfahren und herunter wandern. Mit Kind haben wir uns aber beide Male für technikgestützte Hin- und Rückfahrt entschieden.

Linz

Eigentlich wollte ich ja wieder nach Linz, um beim Leberkas Pepi zu futtern. Das haben wir dieses Mal allerdings nicht geschafft, aber Linz ist allein für den Blick auf die beeindruckende Donau schon eine Reise wert. Auch sonst ist Linz eine schöne Stadt mit einem alten Stadtkern und eignet sich gut für gucken und shoppen und schlemmen.

Mitnehmen sollte man eine Fahrt mit der Pöstlingbergbahn. Idelaerweise fährt man direkt auf den Pöstlingberg, kann dort kostenlos parken und zuckelt dann mit der Pöstlingbergbahn – der steilsten Adhäsionsbahn der Welt – direkt auf den Hauptplatz von Linz.

Mit Kindern

Als Reisende der Spezies „mit Kind“ betrachtet man die Welt mit anderen Augen als in der noch kinderlosen Zeit. Mit Junior im Schlepptau sind neben den üblichen persönlichen Rahmenbedingungen (wie z. B. „Bloß kein Hotel!“) inzwischen auch andere Dinge wichtig geworden.

In Österreich gestaltete sich das aber alles sehr einfach: Die Österreicher sind Kindern gegenüber sehr freundlich eingestellt, über Spielplätze stolpert man alle naselang, jedes Restaurant kann einen Kinderstuhl bereitstellen und selbst in großen Einkaufscentern gibt es Spielmöglichkeiten.

Wer spezielle kindgerechte Angebote sucht, wird aber auch schnell fündig: Der kostenlose Tiergarten im Zentrum von Wels, der tolle Zoo in Schmiding oder das Kinderland Schindlbach sind nur drei von vielen Möglichkeiten.

Preisniveau

„Alles wie zuhause“ könnte man es in einen Slogan zusammenfassen. Der durchschnittliche Einkaufskorb im Supermarkt ist ähnlich teuer wie bei uns, Eintritts- oder Fahrpreise liegen ebenfalls in der gleichen Größenklasse.

Sehr positiv überrascht waren wir von den Restaurantpreisen. In allen Fällen, selbst in Toplagen (z. B. der Linzer Innenstadt oder an stark touristisch geprägten Standorten): ganz „normale“ Preise und Top-Qualität. Essen für 2 ½ Personen + Getränke + Kaffee danach: < 40 €. Die österreichische Küche ist ohnehin erstaunlich lecker. Ich hätte sie deutlich rustikaler erwartet.

Was bleibt

… ist wohl die Tatsache, dass wir dort nicht zum letzten Mal waren.

  • Tolle Gegend,
  • Nette Leute
  • Erholungsfaktor = maximal
  • Gutes Essen zu zivilen Preisen
  • Ausland ohne Sprachschwierigkeiten … ;-).

Und nicht zuletzt dank Anreise per Auto (das weniger als eine Tankfüllung pro Strecke braucht) auch deutlich günstiger als ein Urlaub mit Fluganreise. Wenn das Wetter mitspielt also durchaus eine Alternative zu unserem sonstigen Lieblingsreisesziel.

Die wichtigsten Locations im Überblick

2 Kommentar zu “Österreich – Ein Reisebericht
Zwischen Bergen und Seen

  1. Hallo! Ach es gibt immer so schöne Ecken in Österreich! Ich mag einfach diese Berglandschaft und dieses Gefühl von Urlaub! In den letzten Jahren sind wir jedoch auch öfter mal nach Südtirol gefahren zum Wellness Meran. Das war auch mal ein schönes Erlebnis, diese pure Entspannung und ringsherum die tolle Bergkulisse…Aber vielen Dank für diesen Beitrag, bei meinem nächsten Aufenthalt in Österreich weiß ich auf jedenfall schon, was ich machen werde^^, LG Nora

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